Nodalpunktadapter

Einleitung

Nodalpunktadapter mit Kamera

Anleitungen für Nodalpunktadapter gibt es viele im Netz. Oft wird eine gut ausgestattete Werkstatt, z.B. mit Drehbank oder Fräsmaschine vorausgesetzt. Man braucht auch Metallhalbzeuge in kleinen Mengen, die umständlich zu beschaffen sind, wenn man keinen Zugriff auf einen Metallverarbeiter hat. Daher habe ich aus den Ideen anderer Bauvorschläge und eigener Recherche einen Adapter entworfen, für dessen Bau nur eine Bohrmaschine und anderes Basiswerkzeug notwendig ist. Die benötigten Materialen sind einfach, auch in kleinen Mengen, zu beschaffen.

Der Adapter soll auch für größere Kamerakombos taugen und stabil sein. Eine weitere Anforderung ist Multi-Row-Tauglichkeit und problemloses Schwenken in die Zenit- und Nadirpositionen.

Konzept

Basis ist ein 30x30mm Alusystemprofil. Diese Standardbauteile werden von verschiedenen Herstellern samt Zubehör angeboten (Item, MayTech, Bosch, ...).

Der daraus resultierende Adapter ist am ehesten mit einem pano4you oder einem Roundabout zu vergleichen. So schön knapp, klein und leicht wie ein Nodal Ninja 3 wird er dagegen nicht.

Zum Anschluss des Adapters ans Stativ und der Kamera an den Adapter werden zöllige Schrauben und Gewinde benötigt. Um die damit verbundenen Schwierigkeiten zu vermeiden, werden beim hier vorgestellten Adapter Schnellwechselplatten verwendet. Prinzipiell kann jede Schnellwechselplatte angepasst werden. Eine einfache und günstige Variante sind die Quenox QR-02 von enjoyyourcamera.com. Diese kosten nur 10,- € pro Stück und können ohne Bearbeitung direkt verwendet werden. Von diesen werden zwei Stück benötigt. Zusammen mit den Profilen und Versandkosten sowie ein paar Schrauben aus dem Eisenwaren- oder Baumarkt kommt man auf unter 50,- € Materialkosten.

In der Zeichnung sieht man die Größenverhältnisse des Adapters mit den vorgeschlagenen Längen und einer Sony DSLR-A700 mit Tamron 11-18. Da ist noch etwas Luft drin. Wer den Adapter kompakter haben möchte, kann natürlich die Profile entsprechend kürzer auslegen.

Mein Stativ (Berlebach) hat einen integrierten Kugelkopf mit Libelle (mit begrenztem Verstellweg, nur zur horizontalen Ausrichtung gedacht) und darauf einen Neiger mit Panoramateller. Damit kann dieser Adapter ohne weiteres Zubehör genutzt werden. Je nach Stativ und Stativkopf ist ansonsten noch ein Panoramateller zu empfehlen – die vorgeschlagene Schnellwechselplatte kann man dazu zwar notfalls mißbrauchen, dies ist jedoch keine vernünftige Lösung.

Stückliste

Bau

Aus einer QR-02 wird die Schraube zur Befestigung der Kamera aus dem Oberteil herausgedreht. Dies geht etwas schwer, da eine Schraubensicherung verwendet wird. Durch das Schraubenloch kann das Oberteil mit einem Nutenstein und einer durchgesteckten M4-Schraube an das Unterteil des Adapters montiert werden.

In der Säule und im Ausleger muss ein 6,x mm Loch für die gelenkige Verbindung gebohrt werden. Abstand zum Ende jeweils ca. 20mm.

Die Säule wird anschließend mit dem Winkel und dem dazzugehörigen Befestigungsmaterial auf dem Unterteil befestigt.

Der Ausleger wird mit der M6er Schraube, zwei Unterlegscheiben und einer Flügelmutter angebracht.

Von der verbleibenden Unterlegscheibe wird oben und unten ein gerades Stück abgenommen (Feile, Kneifzange, ...), so dass sich diese gerade eben in das Aluprofil einfädeln lässt. Und zwar so, dass sich die Scheibe nicht verdrehen kann. Nun die bearbeite Scheibe und die aus dem einen QR-02 demontierte Zollschraube entfetten (IPA, Spiritus). Anschließend beides mit einem vernünftigen Klebstoff (z.B. UHU Endfest 300) verbinden. Der vorgeschlagene Klebstoff härtet bei 180°C (mittlere Schiene, keine Umluft ;-) ) in wenigen Minuten aus.

Nun kann die Zollschraube mit Scheibe in das Profil des Auslegers eingesetzt werden. Die zweite QR-02 wird darauf aufgeschraubt und kann ohne Werkzeug montiert und verschoben werden.

Abschließend noch die Kappen auf die offenen Profilenden stecken.

Erste Erfahrungswerte: Funktioniert. M6 + Flügelmutter muss schon sehr gut handfest angezogen werden, damit sich nichts verdreht. Hier probiere ich mal noch eine Reibscheibe (z.B. Gummi) zwischen den Teilen. Die Quenox muss man auch recht fest schrauben, damit sich die Kamera in Vertikalposition nicht verdreht. Einigermaßen halten tut diese Platte, nur über das "schnell" könnte man sich streiten. Die Schrauben am Winkel zwischen den Profilen müssen auch stramm angezogen werden, damit sich die Säule nicht verdreht. Hier könnte man evtl. auch einen zweiten Winkel anbringen, damit diese von beiden Seiten gehalten wird.

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